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Die Kraft der Bhakti

Auf der höchsten Stufe von Yoga (Religion) erkennt die Seele, dass ihre ewige, natürliche Erfüllung darin besteht, Gott mit reiner Liebe und Hingabe (Bhakti) zu dienen. Bhakti ist das Ziel aller Yoga-Vorgänge. Bei vielen Indern ist die Bhakti etwas ganz normales. Die Menschen wachsen mit der Nähe und Hingabe zu dem Göttlichen auf.



Heute hat mir meine Sanskritlehrerin Shalini gesagt, dass sie nie Angst um etwas hatte. Schon von klein an und auch nicht um ihre Kinder: « Deva pasyati » (Gott hat alles im Überblick, sieht nach). Als die Kinder allein in die Großstadt gezogen sind: « Deva pasyati », oder jetzt, da ihr Sohn allein in Amerika ist: « Deva pasyati ».


Der Glaube an etwas scheint den Menschen zu festigen, und die Bhakti bringt gleichzeitig auch Weichheit. Jeden Morgen machen die Menschen hier in Mattur Zeremonien, um das Göttliche zu verehren. Dazu wird früh aufgestanden, Blumen werden gepflückt, teilweise als Girlande verknüpft, der Altar wird gesäubert und das göttliche Idol gewaschen, angezogen, geschmückt, besungen und mit Öllampen beleuchtet. Es sind unzählige Gesten, Gesten der Hingabe, der Liebe.


Jede Geste, jedes Gefühl, jede Erfahrung hinterlässt Spuren in uns, in unseren Zellen. Der Körper speichert alles und diese unzähligen Erinnerungen formen unseren Geist und unser Wesen. Ein ayurvedischer Arzt hat mir erklärt, dass das Miteinander unserer Zellen beispielsweise von unseren Gefühlen abhängt. So entfernen sich unsere Zellen voneinander, wenn wir Haß schüren, und wenn wir Liebe empfinden, sind unsere Zellen dicht beieinander und arbeiten demzufolge besser zusammen.


Als Shalini mir heute sagte: « Deva pasyati », war ich von ihren funkelnden Augen und ihrem

strahlendem Gesicht tief berührt. Dieses unerschütterliche Vertrauen und tiefe Liebe konnte man sozusagen in ihrem Antlitz lesen.


Autor: Manuela Böhme


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